Ein Apfel ist ein Apfel. Aber eine ZAHL?!

In diesem Beitrag machen wir uns bewusst, wie komplex Zahlen sind und wie einfach wir Kindern im Alltag beim Zahlen lernen helfen können.

Ein Apfel ist immer ein Apfel. Aber eine Zahl?! Eine Zahl kann für ganz verschiedene Dinge stehen!

Schauen wir uns das mal am Beispiel der Zahl Drei an:

3 Äpfel, 3 Nüsse, 3 Lampen, 3 Elefanten, 3 Ameisen —> Die Zahl 3 beschreibt eine Menge von völlig unterschiedlichen Dingen, es geht ausschließlich um die jeweilige Anzahl.

Ob sie dicht beieinander oder weit auseinander liegen, in einer Reihe, aufeinander, im Dreieck —> Es bleiben immer 3 Dinge, die Lage verändert eine Zahl nicht.
(Das ist für Kinder absolut nicht selbstverständlich! Stoßt mal einen Turm aus 3 Bauklötzchen um und fragt, wie viele das jetzt sind!)

1 Apfel, 1 Nuss, 1 Brötchen —> sind zwar nicht dasselbe, aber zusammen 3 Dinge zum Essen.

Nimm von 3 Äpfeln 1 Apfel weg (oder lege einen dazu), schon wird aus der Zahl 3 eine andere Zahl, denn die Menge ändert sich —> Zahlen können in andere zerlegt/aus ihnen zusammengesetzt werden.

Zahlen haben eine feste Reihenfolge, die dem Muster „immer eins mehr“ folgt: 0,1,2,3 …

Dann wäre da noch der dritte Apfel den wir schneiden, das dritte Kind in der Reihe, das dritte Haus in der Straße.

Oder 3 Mal etwas tun: 3 Mal klatschen, 3 Mal drehen, 3 Mal 2 Nüsse essen, noch 3 Mal schlafen bis zum Geburtstag…

Und natürlich Zahlen und Maße: 3 kg, 3 Meter, 3 Liter, 3 Tage, 3 Minuten…

Oder das Dreieck, das eben drei Ecken (und 3 Seiten, 3 Winkel) hat.

Genau deshalb sind Zahlen eben nicht trivial, stattdessen ganz schön komplex! Aber eben auch kein Hexenwerk.

Kinder brauchen einfach Zeit, um in das (abstrakte) Konzept Zahl hineinzuwachsen zu können.

TIPP: EINFACH DRÜBER SPRECHEN

Es heißt ja so schön: Sprache kommt von Sprechen. Miteinander sprechen! Deshalb liegt auch darauf der Schwerpunkt in diesem Artikel.

Das Gute ist: Kinder haben Lust drauf! Sie wollen diese Sprache lernen, die wir jeden Tag benutzen. Also nutzen wir doch die endlosen Möglichkeiten des Alltag und setzen die Sprache der Mathematik bewusst, zielgerichtet — und mit Spaß — ein!

So banal es klingt, aber baut wirklich einfach (und bitte unverkrampft) Zahlen und Mengen ein, wenn ihr mit euren Kindern sprecht oder gemeinsam etwas tut, drinnen oder draußen.

Sprecht einfach vor euch hin, während ihr etwas in die Hand nehmt oder tut — in der Küche, beim Kochen, beim Anziehen, beim Einkaufen. Wenn ihr unterwegs seid, bemerkt Dinge um euch herum.

Ein paar ganz einfache Beispiele hintereinanderweg:

  • Ich habe 4 Birnen gekauft, für jeden eine.
  • Wir schneiden den Apfel in 4 Teile, jeder bekommt ein Stück.
  • Für den Teig brauchen wir 3 Eier, 1 Würfel Hefe, 1 Tasse Milch, 3 Tassen Mehl…
  • Wir sind 4, also brauchen wir 4 Teller, 4 Gabeln, 4 Löffel, 4 Gläser.
  • Ich habe schon 2 Teller, dann brauche ich also noch 2 Teller, damit es 4 sind. (Teller erst übereinander stapeln, dann verteilen —> 4 = 4)
  • Wir brauchen 4 Teller, 3 habe ich schon. Wie viele brauchen wir jetzt noch?
  • Komm, wir zählen zum Spaß jede Stufe, wenn wir die Treppe rauf laufen. (Und womöglich rückwärts, wenn wir rückwärts runtergehen?)
  • Jetzt haben wir den ersten Schuh angezogen, jetzt kommt der zweite dran.
  • Beim dritten Haus brennt Licht.
  • Schau mal die Straßenschilder: Das ist ein Dreieck, es hat drei Ecken; und da drüben ein Viereck, das hat eine Ecke mehr.

Ich bin sicher, diese paar Beispiele reichen schon als Anregung aus. Wir müssen uns nur bewusst sein, dass wir ständig im Alltag von Zahlen und Mengen umgeben sind und damit hantieren. Je mehr wir das in unsere Gespräche und Alltagsaktivitäten einbeziehen, desto mehr lernen Kinder die verschiedenen Aspekte von Zahlen kennen, organisieren sie und stellen Zusammenhänge her.


PS Das gilt natürlich auch für Formen. 🙂

So viel zum Thema Komplexität von Zahlen und wie wir das im Alltag beim miteinander Sprechen und Tun aufgreifen können. Natürlich brauchen Kinder auch andere wichtige Erfahrungen, zum Beispiel Mengen zu „begreifen“, aber darum geht es dann an anderer Stelle auf meiner Seite und hier im Blog, zum Beispiel in diesem Artikel.