Institut für vorschulisches Lernen - Komm mit ins Zahlenland


Das Zahlenland in Stichworten

  1. Mathematische Frühförderung/ Mathematische Früherziehung
  2. Ganzheitliche Förderung
  3. Sprachförderung
  4. Förderung schulischer Vorläuferkompetenzen
  5. Wissenschaftlich fundiert
  6. Lernfelddidaktik
  7. Blickwinkel Kind
  8. Großer Lernspaß
  9. Offenes Konzept
  10. Einfache Umsetzbarkeit
Zahlenland Diagramm

Kleine Randbemerkung:
Die Stichpunkte sind genau so angeordnet wie die Zahlengärten, in denen die Zahlen im Zahlenland "wohnen" und die die Kinder einrichten. Die Kinder stehen also mitten drin im Zahlenland (dem eigentlich abstrakten Zahlenraum) und erleben um sich herum die Zahlen in ihren mathematischen Eigenschaften und den geometrischen Zusammenhängen ganz konkret.

1. Mathematische Frühförderung/ Mathematische Früherziehung


Viele kleine Kinder können schon mühelos die Zahlen von 1 bis 10 aufsagen. Das heißt aber nicht, dass sie wirklich verstehen, was eine Zahl überhaupt bedeutet! Hinzu kommen möglicherweise Unkenrufe von einigen Großen, dass Mathe in der Schule etwas ganz Schreckliches war… Und schon sind Zahlen und die Mathematik negativ besetzt.

Es ist deshalb wünschenswert, bereits Kindern im Kindergartenalter ein positives Verhältnis zu Zahlen und zur Mathematik zu ermöglichen. Die Bereitschaft ist gegeben, das zeigt das große Interesse von Kindern diesen Alters an Zahlen, an Symmetrien und an geometrischen Formen.

 „Komm mit ins Zahlenland“ vermittelt eine ganze Reihe handfester mathematischer Grundkenntnisse. Dabei geht es primär um geometrische Formen und die Zahlen von bis 10.  Die Kinder lernen die verschiedenen Aspekte einer Zahl kennen: Anzahlaspekt, Ordnungsaspekt, Rechenaspekt, Operatoraspekt, Eins-zu-eins-Zuordnungen, Unveränderlichkeit, Zahlzerlegung, Umkehrbarkeit.

Unter Lerninhalte werde alle Aspekte ausführlich beschrieben.


2. Ganzheitliche Förderung

„Komm mit ins Zahlenland“ erhebt den Anspruch, unseren Kindern die elementare Mathematik ganzheitlich zu vermitteln.

Was schon Heinrich Pestalozzi forderte – eine gute Erziehung müsse mit „Kopf, Herz und Hand“ erfolgen -, entspricht schließlich auch unseren modernen Ansichten. Informationen, so ist zu vermuten, werden dann am besten gespeichert, wenn sie auf möglichst vielfältige Weise dargeboten und verarbeitet werden. Doch so berechtigt dieser Anspruch nach „ganzheitlichem Lernen“ ist, ist doch oft unklar, was darunter verstanden werden soll.

Meist wird Ganzheitlichkeit – ganz im Sinne von Pestalozzi - beim lernenden Kind angesiedelt. Ganzheitliches Lernen beinhaltet dabei das möglichst vielfältige Zusammenspiel verschiedener Sinne, z. B. Augen, Tastsinn, Gehör und Bewegungssinn. Diesem Anspruch möchten wir dadurch gerecht werden, dass Kinder im Zahlenland aktiv erzählen, lauschen, nacherzählen und weiterspinnen, basteln, fühlen, singen, malen, klatschen, tanzen, bauen usw.

Es geht beim Thema Ganzheitlichkeit aber auch darum, die Kinder mit der ganzen Sache zusammenzubringen. Bezogen auf den Zahlenraum von 1 bis 10 beinhaltet ganzheitliches Lernen in diesem Sinne, dass die Kinder Erfahrungen mit der gesamten Bedeutungsvielfalt dieser zehn Grundzahlen machen können. Wir thematisieren deshalb den Anzahl- und Ordnungsaspekt der Zahlen ebenso, wie wir etwa Verbindungen zu geometrischen Formen, musikalischen Strukturen und - vor allem - zur konkreten Lebenswelt der Kinder einfließen lassen.


3. Sprachförderung


Sprache ist unser Schlüssel zum Austausch mit unserer Umwelt und zur Bildung. Dazu sind sowohl passives Sprachverständnis als auch die aktive Ausdrucksfähigkeit essentiell. Sprache hat deshalb in der frühkindlichen Entwicklung eine zentrale Bedeutung.

„Komm mit ins Zahlenland fördert Kinder besonders in ihren sprachlichen Fähigkeiten, den passiven wie den aktiven.

Erreicht wird die Sprachförderung durch die große Attraktivität des Konzepts für die Kinder und den ganzheitlichen Ansatz. Bei allen Aktivitäten im Zahlenland spielt Sprache eine zentrale Rolle, sei es im gegenseitigen Austausch beim Errichten des Zahlenlandes, beim Lernen neuer Zusammenhänge, beim Beschäftigen mit den Zahlengeschichten, beim genauen Hinhören bei den Bewegungsspielen, bei den Liedern, den Abzählreimen…

Nachgewiesen werden konnte diese Sprachförderung im Rahmen des wissenschaftlichen Projekts unter der Leitung von Dr. G. Friedrich. Detaillierte Informationen zum Projekt und den Ergebnissen finden Sie im ausführlichen Projektbericht (word / pdf).


4. Förderung schulischer Vorläuferkompetenzen


Bereits im Kindergartenalter wird der Grundstock für die gesamte spätere Bildungsvita gelegt. Hilft man den Kindern, bestimmte Schlüsselkompetenzen oder schulische Vorläuferkompetenzen zu entwickeln, so liefert man einen wertvollen Beitrag für ihre weiteren Lernerfolge (in der Schule und darüber hinaus).

Neben der Vermittlung handfester mathematischer Grundkenntnisse fördert „Komm mit ins Zahlenland“ vor allem sprachliche Kompetenzen der Kinder, und zwar sowohl das passive Sprachverständnis als auch die aktive Ausdrucksfähigkeit. Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und spielt insofern eine zentrale Rolle in der frühkindlichen Entwicklung.

Durch den ganzheitlichen Ansatz fördert „Komm mit ins Zahlenland“ die Kinder gleichzeitig noch in Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Durchhaltevermögen, Fein- und Grobmotorik sowie Rhythmik.

Die Unterstützung von Freude am Lernen und Neugierde auf die Welt als Eigenantrieb der Kinder tragen ebenfalls zum Lernerfolg in der Schule und darüber hinaus bei.



5. Wissenschaftlich fundiert

„Komm mit ins Zahlenland“ ist ein wissenschaftliches Projekt mit dem Ziel, ein didaktisches Konzept zu entwickeln und zu evaluieren, welches zum Inhalt hat, den Zahlenraum von 1 bis 10 sowohl in die Lebenswelt der Kinder als auch in die pädagogische Arbeit im Kindergarten einzubinden.  Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg sowie der Robert-Bosch-Stiftung und läuft seit Frühjahr 2003 unter der Leitung von Dipl.-Päd. Dr. Gerhard Friedrich.

Die bisherigen Projektergebnisse weisen parallel zu spezifischen mathematischen Fördereffekten (z.B. Zahlbegriff, Mengen und Formauffassung) auch eine deutliche Sprachförderung nach.  Außerdem, so ist zu vermuten,  fördert das Zahlenland-Konzept die Kinder in weiteren Bereichen wie etwa Wahrnehmung, Konzentration, Motorik, Rhythmik und Musik.

Im Projektbericht (word / pdf) finden Sie die Einzelheiten zu den bisherigen Ergebnissen.


6. Lernfelddidaktik


Lernfelder sind thematische Einheiten, die sich weniger an Fachstrukturen als vielmehr an zu bewältigenden Lernsituationen orientieren. „Komm mit ins Zahlenland“ versteht sich als eine konkrete Umsetzung dieses Lernfeldkonzeptes. Es rückt das lernende Kind mit all seinen Kompetenzen in den Mittelpunkt des Lernprozesses und nicht, wie es bislang häufiger der Fall war, den zu lernenden Stoff oder gar die lehrende Person.

Durch vielfältige Könnenserfahrungen sollen die Kinder Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen.


7. Blickwinkel Kind


„Komm mit ins Zahlenland“ ist ganz aus dem Blickwinkel von Kindern im Kindergartenalter komponiert und geht deshalb konsequent von den Interessen und Bedürfnissen der Kinder dieser Altersstufe aus.

Deshalb bereitet das Konzept die eigentlich abstrakte Welt der Zahlen so auf, dass die Kinder sie konkret erleben und begreifen können – und zwar mit allen ihren Sinnen, mit viel Abwechslung und mit viel Bewegung. Die Kinder finden überall Anknüpfungspunkte zu ihrer Lebenswelt. Ausgehend von Erfahrungen und Dingen, die sie schon kennen, erweitern sie ihr Wissen und ihr Können. Nicht deren Defizite stehen im Zentrum, sondern ihre Kompetenzen.


8. Großer Lernspaß


Das Konzept kommt bei Kindern der Altersstufe 3 bis 6 Jahre hervorragend an, weil es ganz deren Blickwinkel einnimmt und sie anhand vieler Dinge, die sie gerne machen, Neues über Mathematik entdecken und Zusammenhänge erkennen können.

Der märchenhafte Charakter des Zahlenlandes mit seinen Bewohnern, der Zahlenfee und dem Zahlenkobold trifft das Faible von Kindern für Magisches in diesem Alter. Der ganzheitliche Ansatz und die vielen Kombinationen von Zahlengeschichten, Abzählreimen, Spielen, Bewegung, Liedern und die Möglichkeit zu eigenen Entdeckungen bieten viel Abwechslung und Spannung.


9. Offenes Konzept

„Komm mit ins Zahlenland“ ist bewusst als ein offenes Konzept gestaltet, als ein methodisches Rahmenkonzept maximalen Inhalts und nicht als eine starre lernpsychologische Instruktionsanweisung. Es zielt auf die didaktische Handlungskompetenz der ErzieherInnen ab und lässt viel Raum für eigene didaktische und methodische Ideen.

Die Pädagogen vor Ort können „Komm mit ins Zahlenland“ situativ an die soziokulturellen und individuellen Voraussetzungen und Bedingungen anpassen und konkretisieren. Eine Evaluationsstudie im Hinblick auf die Zustimmung bei den ErzieherInnen belegt dies. (Siehe Projektbericht (word / pdf)).

Durch diese Anpassungsfähigkeit kann ein "Komm mit ins Zahlenland"-Projekt auf verschiedene Niveaus von Kindern angepasst werden. Deshalb ist es sowohl für Kindergartenkinder verschiedener Altersgruppen geeignet, aber auch für Förderschulen, Heilpädagogik und für Grundschulen.


10. Einfache Umsetzbarkeit


Ein „Komm mit ins Zahlenland“-Projekt lässt sich unkompliziert in der Praxis umsetzen. Es ist ein offenes Konzept, das einen Rahmen bietet, der aber – bei Beachtung bestimmter Grundelemente - individuell ausgestaltet werden kann. Viele Dinge und Aktivitäten, die schon lange zum Kindergartenalltag gehören, können einfach und optimal in ein „Komm mit ins Zahlenland“-Projekt integriert werden.

Ein „Komm mit ins Zahlenland“-Projekt befasst sich primär mit den Zahlen von 1 bis 10 und läuft in der Regel über 10 Wochen mit jeweils ca. einer Stunde, während der die Kinder in das Zahlenland reisen. Dabei steht jeweils eine Zahl im Mittelpunkt. Während der Woche werden die Zahlen immer wieder aufgegriffen, sei es im Morgenkreis, beim Turnen, beim Malen oder Basteln… Natürlich kann "Komm mit ins Zahlenland" auch ganz anders in die Gegebenheiten vor Ort eingepasst werden, aber der rote Faden bleibt.
 
Das Rahmenkonzept von einem Zahlenland bietet Kindern (und Pädagogen) eine Orientierung und hilft, die Zusammenhänge besser zu erkennen und sich daran zu erfreuen. Innerhalb des Rahmens besteht jedoch viel Raum für Kreativität und Eigeninitiative - auch der Kinder.


Stand:10.12.2006
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